Zeit für die neuesten News:
Freitag war der letzte Tag des Englisch-Kurses, alle mussten noch eine Präsentation über ihr Essay-Thema halten, war aber alles eher in lockerer Stimmung gehalten. Ich hab über was psychologisches referiert und nur in fragende Gesichter geschaut. 95% der internationalen Studenten machen hier ja Business-Gedöns (vorallem die Asiaten sehen keinen Sinn darin andere Dinge zu studieren)... Alle waren aber sehr interessiert und haben tausend Sachen gefragt, somit wurden aus geplanten 10 Minuten Präsentation dann eher 30!
Insgesamt ist es für mich echt eine Umstellung mit so vielen BWLern Kontakt zu haben und ich vermiss doch schon meine Psychos zu Hause!! Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass alle noch so in Partystimmung sind oder ob es ein genereller Unterschied ist, aber meine Erfahrung bisher ist, dass alles hier ein bisschen oberflächlicher ist. Es ist unglaublich einfach dutzende von Menschen kennen zu lernen, aber etwas tiefere Gespräche waren bisher nur mit 2 Mädels möglich (Mariza, meine mexikanische Freundin und Irina, meine neue deutsch-karribische Mitbewohnerin).
Letztens unterhielt ich mich mit jemandem über psychische Krankheiten, da unterbrach uns ein australisches Mädel, ob wir nicht das Thema wächseln könnten, das wäre doch so traurig und depressiv über so etwas zu sprechen... Und als ich mich ein anderes Mal bei jemandem (aus Kanada) über einen meiner extrem unkritischen und profitgeilen Business-Klassenkameraden beschwerte, entgegnete dieser nur, wir Deutschen müssten auch immer die Moralapostel spielen... Na ja, ich bin gespannt ob ich da noch andere Eindrücke bekomme.
Samstag waren wir dann auf dem French-Festival in der Stadt direkt am Brisbane River. Dort scheint es häufig Kulturfeste zu geben und es war auch ganz nett. Ein großer Unterschied zu unseren Festen isr allerdings, dass bei uns jeder zweite Stand eine Fressbude ist, hier gab es für tausende von Menschen nur 2 Stände mit französichem Essen. Für einen Crépes musste man also mind. 30 Minuten Warteschlange in Kauf nehmen und da wir in Europa all so ein Zeugs ja an jeder Ecke bekommen war ich auch nicht so heiß darauf.
Abends waren wir dann wieder aus, nett ist hier, dass es viele Bars mit Livemusik gibt, für jeden Geschmack ist was dabei und man zahlt meist nicht mal Eintritt sondern nur für Getränke.
Heute begann dann die Orientation-Week. Ich hatte heute noch keine Veranstaltung, als study-abroad-Student nimmt dich hier ja eh keiner so ernst, da die wohl nur fürs Partymachen bekannt sind... Für mich ist diese Woche aber recht wichtig, da ich meine Kurse noch nicht fest gewählt habe. In manche Kurse komme ich anscheinend doch nicht rein, also muss ich alles wieder umschmeißen und dann kollidieren auch noch einige Kurse miteinander. Mein Problem ist eigentlich, dass ich aus tausenden von Kursen auswählen kann und das Angebot einfach zu groß ist. Aber ich hoffe, nach einer persönlichen Beratung seh ich etwas klarer.
Ansonsten fänd ich´s gut wenn ihr die warme Luft mal ein bisschen kräftiger zu mir rüber pusten könntet, besonders wenn´s dunkel ist (was um 18 Uhr der Fall ist) frier ich mir nämlich einiges ab hier!
Liebe Grüße an euch alle,
eure Katharina
Kopf hoch. In deinen Psychoveranstaltungen wird es doch wohl ein paar Psychos geben. Vielleicht sind die ja etwas weniger Business-gedönsig. ;)
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Freddy
Bleibt auch noch die Möglichkeit, Dich einbürgern zu lassen, um weitere Studiengänge belegen zu können. Übrigens, stelle ich eine tolle journalistiche Begabung in Deiner Berichterstattung fest. Vielleicht solltest Du umsatteln auf Auslandsberichterstatterin. "Kopf hoch" braucht garnicht extra empfohlen zu werden, der bleibt bei Dir, in jeder Situation,da wo er hingehört.Gr.O.
AntwortenLöschenich glaube, die kulturelle orientation week hat schon vor ein paar Wochen angefangen und hält noch ein paar weitere Monate an. Egal, was an studies an der Uni läuft. Dem Kommentar von O. ist nix hinzuzufügen. Weiter so!
AntwortenLöschenHi Kathy …
AntwortenLöschenCool wieder was von dir lesen zu können.
Lustig, dass sich deine Mitstreiter/innen nur mit anderem Kram beschäftigen, aber vielleicht gibt es ja auch nur in „good old Germany“ Psychologie zu studieren ;-). Zumindest scheinen sie ja an dem „unbekannten“ Studiengang der Psychologie Interesse zu zeigen. Ist doch schön, wenn deine Mitstudenten was über dein Studium erfahren wollen.
Du darfst nicht vergessen, dass du gerade mal nen guten Monat am „Ende der Welt“ bist. Die Meisten sind wahrscheinlich immer noch in der Anfangsphase und damit beschäftigt so viele neue Leute wie nur möglich kennen zu lernen und nicht sonderbar interessiert tiefgründige Gespräche zu führen. Vielleicht haben sie aber auch nur Angst vor dir, dass du augenblicklich eine tiefgründige psychologische Analyse durchführen würdest :-) :-). Ne Spaß bei Seite, der intensive Kontakt zu weiteren Studenten wird mit Sicherheit noch folgen. Umso schöner ist es doch, dass du bereits zu Mariza und Irina einen guten Draht gefunden hast.
Solch nette Bars, wie du sie beschreibst, wären für Deutschland eine gute Sache. Vor allen Dingen das mit den Livebands hört sich gut an …
Lustig das es an den Hochschulen in Australien ein zu großes Angebot an Lehrveranstaltungen gibt und einem deshalb die Auswahl schwer fällt und man hier in Deutschland meist gar keine Auswahl geboten bekommt… Vielleicht hätte ich ja doch vor 3 Jahren auswandern sollen.
Werde deiner Bitte dann ab Morgen nachkommen, warme Luft ans andere „Ende der Welt“ zu pusten ;-). Aber ich beruhige dich: auch hier sind die Temperaturen seit gestern gefallen. Soviel wärmer haben wir es hier gar nicht …
Bis zum nächsten Blog grüßt dich
Dähn