Titel

Titel

Freitag, 24. September 2010

Finale Vorbereitungen...

Hallo meine Lieben,
in den letzten zwei Wochen gab es nicht viel zu berichten, ich hatte extrem viel für die Uni zu tun, 4 Abgaben in zwei Wochen und da ich ja nicht dafür bekannt bin früh genug mit meinen Sachen anzufangen gibts dann immer Stress am Ende. Diese Assignments hier sind echt fies, so oberflächlich auch die Veranstaltungen manchmal sein mögen, die Berichte sind das absolute Gegenteil. Man ist ziemlich auf sich allein gestellt bei der Ausarbeitung, hat nur ein paar formelle Vorgaben und ein Word-limit (das mich echt wahnsinnig macht, da die Assignments sehr umfangreich sind, man soll seine Antwort dann aber bitte schön in 1500 Wörter oder so packen.). Leider war es in der letzten Woche nur bewölkt und hat auch viel geregnet, es ist aber nicht kalt, dafür extrem schwül. Mir macht das schon ein bisschen zu schaffen, bin viel müde und krieg schnell Kopfschmerzen.
Heute Nacht (nachdem ich hoffentlich noch mein letztes Assignment fertig bekomme) gehts dann endlich mit der Uni auf den sehnsüchtig erwarteten zweiten field trip. Wir fahren die ganze Nacht mit dem Bus die Küste rauf nach Gladstone und setzen dann von da aus nach Heron Island rüber. Auf dieser winzigen Insel gibt es nur die universitätseigene Forschungsstation und ein Luxus-Resort. Als normaler Touri hat man garkeine Chance auf die Insel zu kommen. Dort erwartet uns dann hoffentlich grandioses Wetter (ist jedenfalls angekündigt), glasklares Wasser, Korallenriffe, Schnorcheln und leider auch so allerlei Getier (definitiv Haie!!). Ich bin echt gespannt!
Am Mittwoch gehts dann wieder aufs Festland und der field trip ist vorbei. Drei Freundinnen sammeln mich aber dann mit einem Camper ein und wir fahren bis Sonntag die Küste entlang zurück nach Brisbane. Die Mädels sind schon heute nach Cairns geflogen und haben einen straffen Plan damit sie pünktlich am Mittwoch bei mir in Gladstone ankommen.
Ich freu mich jedenfalls total auf den Trip und bin froh mal wieder ein bisschen raus zu kommen. Die letzten zwei Wochen waren definitiv zu Uni-lastig für meinen Geschmack...
Ich hoffe ich kann euch danach wundervolle Bilder präsentieren,
bis bald,
eure Katharina

PS: Da fällt mir ein, ein paar Sachen haben wir doch gemacht in den letzten Wochen: Riesenfeuerwerk zum Brisbane Festival Auftakt (sehr spektakulär mit Kampfjets die einen riesen Feuerschweif hinter sich hergezogen haben, nachdem vorher auch noch Militärhubschrauber vorgeführt wurden hab ich mich ein bisschen wie im Krieg gefühlt...), Open Air Oper (Die Hochzeit des Figaro in Englisch, sehr amüsant...), Open Air Konzerte (zum Brisbane Festival), den mexikanischen Nationalfeiertag mit Tortillas feiern und schlußendlich nun auch in die Geheimnisse des AFL (Australian Rules Football) eingeführt worden, übrigens mein Favourit hier unter den Ei-Sportarten!!

Mittwoch, 15. September 2010

Halb tot...


So, da manche Leute ja gerne möchten, dass ich näheren Kontakt mit tödlichen Tieren in Australien mache, wollte ich nur mal kurz anmerken, dass ich es schaffe schon von ein paar Mücken(vlt auch Ameisen, ich weiß es nicht genau)-stichen fast zu sterben!!! Ich steh nach der Uni so auf dem Campus rum und unterhalte mich, da spür ich´s ein bisschen brennen auf meinem Fuß, tat aber nicht wirklich weh. Zu Hause seh ich dann, dass mich irgendwas 4 (!) Mal gestochen hat und am nächsten Morgen sah mein Fuß dann so aus! Schön dick angeschwollen, heiß, juckend und druckempfindlich. So sah er übrigens dann die nächsten drei Tage aus, langsam kann ich wieder Schuhe anziehen...
Ich möchte also bitte keinen tödlichen Tieren hier begegnen, denn die bringen mich dann wahrscheinlich wirklich in Rekord-Zeit um!

PS: Hab vor dem Haus vor ein paar Tagen eine riesen Spinnenhülle gesehen, so richtig schön haarig und dick. Und irgendwo muss die gehäutete Spinne (jetzt noch größer) sich ja rum treiben... Ich freu mich!

PPS: Hier übrigens mal ein Link zu einem Video der australischen Tourimusbehörde zu den tödlichen Tieren hier! http://www.youtube.com/watch?v=wy_TB6onHVE
Wirklich sehr amüsant!

Dienstag, 7. September 2010

Fernsehen

Jetzt muss ich mal was zum Fernsehen in Australien schreiben. Man könnte ja denken am anderen Ende der Welt bekommt man ganz anderes Fernseh-Programm, aber falsch gedacht... Als ich das erste Mal die Kiste angeschaltet hab sprang gleich Heidi Klum in einer Schwarzkopf Werbung über den Bildschirm, beim nächsten mal lief "Bauer sucht Frau" ("The farmer wants a wife"). Allerdings immerhin mit extrem gut aussehenden Bauern, die auch nicht mehr mit ihren Eltern zusammen wohnen, und auch nicht alle 50 sind. Darunter übrigens so ausgefallene Bauern wie: Austernfarmer usw. Weiter gings dann mit "X-Factor" (sowas wie Deutschland sucht den Superstar. In der Jury u.a. Ronan Keating und Natalie Imbruglia) und heute dann der Oberschock: "Schlag den Raab" auf australisch: "Beat the star". Der hat dieses Format doch tatsächlich in die ganze Welt verkauft mit exakt der gleichen Musik, einem identischen Studio und gleichen Spielen! Das ist doch echt ernüchternd, dass es nicht mal neue Sendungen zu entdecken gibt!
Es gibt übrigens ganze 4 Programme. Bin auch gleich mal ins Fettnäpfchen getreten als ich einem australischen Kommilitonen vorgejammert hab, dass ich nur 4 Programme habe und er dann meinte, dass das hier normal sei! Die wenigsten hätten Pay-TV und somit mehr Sender.
Insgesamt haben alle 4 Sender Privatfernsehen-Charakter und die Nachrichten sind sehr regional auf Queensland ausgerichtet...
Ansonsten sind allerlei Kriminal-Serien (CSI, CIS oder wie die alle heißen) extrem beliebt und wenn die beliebteste Kochshow läuft sieht man keinen Australier mehr auf der Straße!
Extrem nervig ist, dass im Schnitt alle 7 Minuten Werbeblöcke laufen, zwar nicht so lange wie bei uns, aber einfach unglaublich oft.
Fazit: Die Australier schaffen es das Niveau des deutschen Fernseh-Programms noch zu unterbieten!!

Freitag, 3. September 2010

Uni Alltag

Auf Grund der Nachfrage schreib ich euch jetzt mal was zu meinem Unialltag (der ganze 3 Tage pro Woche lang ist) ;-) Ich habe also 4 Fächer belegt, mehr oder weniger geht auch nicht. Ein Fach besteht meist aus einer Vorlesung und einem Tutorium von jeweils 1:50 Std., nicht wie bei uns 1:30 Std! Das ist schon echt lange, manche ziehen die Vorlesung ohne Pause durch und sich dann auch noch auf Englisch so lange zu konzentrieren ist manchmal schwer. Zur Uni gehe ich also nur von Dienstag bis Donnerstag.

Die ersten zwei Uniwochen haben mich schon ein wenig runtergezogen. Ich konnte ja leider nicht die Kurse wählen, die ich wollte, musste nun in Bachelor-Kurse und hab in den ersten zwei Wochen eigentlich in keinem Kurs etwas neues gelernt. Das war schon frustrierend, weil ich doch an meiner Uniwahl gezweifelt habe, konnte ja aber auch nix dran ändern, weil sie mir ja erst vor Ort gesagt haben, ich könne meine Kurse nicht belegen.
Dazu kam, dass die Veranstaltungen hier deutlich anonymer sind als in Deutschland bzw. Düsseldorf, wer hätte das gedacht... Das bedeutet, die Vorlesungen sind recht voll und in den Tutorien reden die meisten garnicht miteinander! Ich dachte ja die würden sich alle schon untereinander kennnen, aber das ist nur bei wenigen der Fall. Ein Großteil studiert auch nicht richtig Psychologie, sondern absolviert einen Bachelor in irgendwas und belegt mal so ein zwei Psychologie Fächer, hab das Gefühl, das gehört hier irgendwie so dazu.
Meist setzen sich die Leute auch nicht nebeneinander sondern lassen einen Platz zum Nachbarn frei. Das war echt hart, selbst wenn man mal Fragen gestellt hat und versucht hat Kontakt aufzunehmen, haben sie zwar freundlich geantwortet, aber sich dann auch wieder weg gedreht. Auch wenn man sich also schon mal unterhalten hat, heißt das noch lange nicht, dass man sich auch Tschöö sagt geschweige denn beim nächsten Mal Hallo! Die meisten scheinen da echt für sich bleiben zu wollen...
Mittlerweile habe ich zum Glück in jedem Kurs ca. 1 Person mit der ich quatschen kann und die mich auch grüßt (hat ja auch lang genug gedauert!), darunter auch zwei Australier. Ich bin jedenfalls unglaublich froh, dass ich schon so viele Leute am Anfang kennen gelernt habe, sonst wär ich in den letzten Wochen glaub ich echt depressiv geworden und würde mich zu Hause zu tode langweilen.

Meine Kurse werden langsam auch interessanter, ich lerne also (zum Glück) auch neue Sachen! Und es ist schon sehr interessant mal die Herangehensweise der Australier kennen zu lernen, die ist nämlich schon anders. In einem Fach zum Thema Sozialpsychologie (Gruppenprozesse usw.) in dem die Prof. genauso aussieht wie Prof. Pause (meine Sozialpsychologie Prof. in Düsseldorf), wird z. B. fast jede Vorlesung mit den Worten eingeleitet: "I´m sorry folks, but our topic for today is quite depressing" ich finde die Themen immer alles andere als depressiv und vorallem hoch spannend... in der letzten Stunden hat sie dann Evaluationsfragen ausgewertet und das Feedback der Studenten lautete: zu viel Theorie (sie macht aber nur ganz oberflächlich Theorie), mehr Beispiele (die Vorlesung besteht schon fast nur aus Beispielen), weniger psychologisches Fachvokabular (Hallo? Ihr seid im letzten Semester von eurem Bachelor, also gewöhnt euch gefälligst langsam mal an das psycho Fachvokabular!).
Insgesamt sind mir viele Veranstaltungen schon ein wenig zu oberflächlich (das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber da Düsseldorf schließlich sehr wissenschaftlich ausgerichtet ist, ist es schwer sich an so ein praxisbasiertes Studium zu gewöhnen), da fehlt oft die theoretische Basis dahinter oder wird nur kurz gestreift, aber das ist womöglich auch ein Produkt des Bachelors und vermutlich auch so gewollt. Wenn aber Studenten im letzten Psycho Semester nicht wissen was ein randomized controlled trial ist, das man Hypothesen nicht bestätigen kann, sondern nur falsifizieren und dass es strenge ethische Richtlinien bei der Durchführung von Experimenten gibt (nein, das Milgram Experiment darf man so heute nicht mehr replizieren...), dann packt man sich schon an den Kopf und fragt sich was sie die letzten Jahre gelernt haben!! (Alle nicht Psychos müssen den letzten Abschnitt übrigens nicht verstehen ;-) )

Wie auch bei Barbara in Neuseeland wird man dafür zugeschüttet mit Aufgaben während des Semesters, was sich ja auch sehr unterscheidet zu unserem System in Deutschland! Dauernd muss ich sogenannte Assignments abliefern, meist Essays (hab ich das letzte Mal in der Schule gemacht...), Research Reports oder Case Studies (die sind allerdings echt hilfreich und lehrreich, weil man oft einen Therapieplan für einen Klienten erstellen muss, basierend auf einer bestimmten Therapierichtung). Oft sind die Assignments nicht besonders anspruchsvoll, aber einfach umfangreich und viele zur selben Zeit. Meiner Meinung nach also alles eher ein bisschen mehr auf Quantität als auf Qualität gesetzt.
In einem Kurs muss ich jede Woche Hausaufgaben machen und es gibt auch Noten für Teilnahme und Anwesenheit (fehlt eigentlich nur noch eine Note zum Betragen und Sozialverhalten...), da fühl ich mich doch extrem in die Schulzeit zurück versetzt und merke, wie sehr ich mich an das deutsche System und meine Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit gewöhnt habe! Aber immerhin hat man so schon mal einen Teil der Endnote relativ einfach gesichert. Meist wird die Endnote aus 2-3 Assignments während des Semesters und einer Endklausur gebildet. Dabei sind die Assignments unterschiedlich stark gewichtet, häufig tragen die Endklausuren mit ca. 50% am meisten zur Endnote bei.
Meine interessanteste Erfahrung mit der Uni ist allerdings, dass alles doch so anonym ist, da ich mir das total anders vorgestellt hab. Im Vergleich finde ich Düsseldorf da z.B. weniger anonym! Da kennt man nach ein paar Jahren wenigstens ein paar der Lehrkräfte und bekommt ein bisschen Kontakt zu den Professoren, das ist hier echt garnicht der Fall! Liegt wohl auch daran, dass der Studiengang deutlich größer ist. Es ist z.B. viel schwieriger einen Platz in der Sprechstunde zu bekommen.

So, da ich ja jetzt wieder Wochenende hab gehts heute abend zum Rugby (muss man sich einmal im Stadion angeschaut haben) und morgen dann zum Surfen und abends zum Feuerwerk beim Riverfestival in Brisbane. Drückt mir die Daumen, dass ich nicht 2 Liter Salzwasser schlucke oder von Haien angeknabbert werde!

Eure Kathi