Meine lieben Daheimgebliebenen,
letzte Woche habe ich eine Zusage für ein Stipendium für mein Auslandssemester hier in Australien bekommen (besser spät als nie...)!!! Ich freu mich natürlich total, dass das doch noch geklappt hat! Auch wenn´s zwar kein Vollstipendium ist, erleichtert es das Leben hier doch allgemein, da die täglichen Ausgaben hier echt happig sind. Hab letzte Woche ein Dokument an der Uni eingescannt und mal eben $3 dafür geblecht. Die lassen sich hier echt alles bezahlen! Da lernt man unsere niedrigen Lebenshaltunskosten in Deutschland doch richtig zu schätzen. Besonders als Student in Deutschland hat man es schon nicht schlecht: gutes und günstiges Mensaessen (hier könnte ich es mir nicht leisten jeden Tag in der Mensa zu essen!), freier Unisport (hier kann man für $70/Monat im eigenen Fitnessstudio trainieren, an Kursen darf man für den Preis aber dann noch nicht teilnehmen, geschweige denn die Tennisplätze oder andere Sportfelder nutzen), W-Lan (gibt´s hier zwar auch, ist aber auch mal wieder limitiert auf 100Mb/Monat) usw.
Aber es gibt auch ein paar günstigere Dinge als in Deutschland (man muss nur ein bisschen suchen): so z.B. Kiwis und Kino. Gestern haben wir uns den Film "Inception" zum Studentenpreis von $5.5 angeschaut. War ein super Film, kann ich euch sehr empfehlen, aber auch eine ganz schöne Herausforderung in Englisch! "Inception" ist die Sorte Film, die man selbst in der eigenen Sprache nicht richtig versteht (jedenfalls nicht, wenn Andy nicht dabei ist um mir den ganzen Film am Ende noch mal zu erklären!).
Letzte Woche hatte ich ja die ganze Woche Orientation-Week. Mit der Woche kam eine ganze Welle deutscher und dänischer Studenten. Seitdem höre ich auf dem Campus manchmal mehr Deutsch als Englisch, gruselig!! Ich tue dann immer so als verstände ich nix, sobald man unter sich ist, ist die Versuchung einfach zu groß Deutsch zu sprechen...
Am Ende der Woche hat´s mich dann auch erwischt: kleine Erkältung wie bei 90% der Menschen um mich herum! Vielleicht sollten die Australier doch einmal ihre Strategie überdenken den Winter einfach dreist zu ignorieren und ihm mit Shorts, T-Shirt und FLIP-FLOPS zu trotzen. Ich glaub allein der Anblick hat mich krank werden lassen!
Bin aber schon wieder recht fit. Langsam wird´s hier auch wärmer, aber seit dem Wochenende regnet es jeden Tag und der Himmel ist voll grauer Wolken, da kommen doch Heimatgefühle auf...
Ansonsten haben diese Woche meine Kurse begonnen (deswegen bin ich ja eigentlich hier...). Ist erstmal eine Einführung in alle Kurse und ich hab mich auch noch nicht endgültig entschieden. Leider gab´s da letzte Woche ein bisschen Verwirrung, da ich in Deutschland die (falsche) Information bekam, ich könne auch postgraduaded Kurse belegen. Postgraduaded Kurse sind Kurse aus dem Masterprogramm und da ich ja schon 3,5 Jahre im Diplom studiert habe, ist es so als wäre ich jetzt im Master. Mit den Psychologen hier in Australien ist es aber etwas kompliziert, die Kurse sind sehr klein und nur wenige bekommen später eine Zulassung als Psychologe praktizieren zu können. Daher haben sie beschlossen garkeine internationale Studenten in die Master-Kurse zu lassen. Da war ich natürlich schon ein wenig angepisst letzte Woche!! Hab mich jetzt aber damit abgefunden, was bleibt mir auch anderes übrig... Ich belege also jetzt nette Bachelor-Kurse wie: Intergroup Relations & Group Processes (so zu Sektenverhalten und son Krams, sehr spannend!), Developmental Disorders of Childhood (ADHS, Autismus, Depression, Angst usw. bei Kindern, hab ich so in Deutschland auch noch nicht gehabt), Psychotherapies & Counselling (verschiedene Psychotherapien, kenne zwar schon die meisten, aber der Kurs geht noch mal etwas tiefer und liefert mir auch neue Ansätze) und finally: Australias´ Marine Environment. Wenn ihr jetzt denkt, häh, das hat doch nix mit dem Psycho-Kram zu tun: Richtig, hat es absolut garnicht! Dafür bietet der Kurs einen Einblick in die Küsten- und Meereswelt Australiens und nimmt mich mit auf Exkursionen zu einer Forschungsstation auf Stradbrook Island und zum Great Barrier Reef, wo wir u. a. auch Nacht-Schnorcheln werden und floureszierendes Plankton beobachten können!! Mehr zu meinen Gründen diesen Kurs zu wählen muss ich glaub ich nicht erklären ;-)
So, genug! Ich geh jetzt bei meinen Freunden essen, da gibt´s heute anlässlich des peruanischen Nationalfeiertages typisches Essen, ich bin gespannt!
Bis ganz bald,
Eure Katharina
PS: Für die, die ihn kannten, liebten und vermissen werden: Unser grüner Ford ist verkauft :-( für 50 €... ich könnt heulen...
Titel
Mittwoch, 28. Juli 2010
Montag, 19. Juli 2010
...
Zeit für die neuesten News:
Freitag war der letzte Tag des Englisch-Kurses, alle mussten noch eine Präsentation über ihr Essay-Thema halten, war aber alles eher in lockerer Stimmung gehalten. Ich hab über was psychologisches referiert und nur in fragende Gesichter geschaut. 95% der internationalen Studenten machen hier ja Business-Gedöns (vorallem die Asiaten sehen keinen Sinn darin andere Dinge zu studieren)... Alle waren aber sehr interessiert und haben tausend Sachen gefragt, somit wurden aus geplanten 10 Minuten Präsentation dann eher 30!
Insgesamt ist es für mich echt eine Umstellung mit so vielen BWLern Kontakt zu haben und ich vermiss doch schon meine Psychos zu Hause!! Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass alle noch so in Partystimmung sind oder ob es ein genereller Unterschied ist, aber meine Erfahrung bisher ist, dass alles hier ein bisschen oberflächlicher ist. Es ist unglaublich einfach dutzende von Menschen kennen zu lernen, aber etwas tiefere Gespräche waren bisher nur mit 2 Mädels möglich (Mariza, meine mexikanische Freundin und Irina, meine neue deutsch-karribische Mitbewohnerin).
Letztens unterhielt ich mich mit jemandem über psychische Krankheiten, da unterbrach uns ein australisches Mädel, ob wir nicht das Thema wächseln könnten, das wäre doch so traurig und depressiv über so etwas zu sprechen... Und als ich mich ein anderes Mal bei jemandem (aus Kanada) über einen meiner extrem unkritischen und profitgeilen Business-Klassenkameraden beschwerte, entgegnete dieser nur, wir Deutschen müssten auch immer die Moralapostel spielen... Na ja, ich bin gespannt ob ich da noch andere Eindrücke bekomme.
Samstag waren wir dann auf dem French-Festival in der Stadt direkt am Brisbane River. Dort scheint es häufig Kulturfeste zu geben und es war auch ganz nett. Ein großer Unterschied zu unseren Festen isr allerdings, dass bei uns jeder zweite Stand eine Fressbude ist, hier gab es für tausende von Menschen nur 2 Stände mit französichem Essen. Für einen Crépes musste man also mind. 30 Minuten Warteschlange in Kauf nehmen und da wir in Europa all so ein Zeugs ja an jeder Ecke bekommen war ich auch nicht so heiß darauf.
Abends waren wir dann wieder aus, nett ist hier, dass es viele Bars mit Livemusik gibt, für jeden Geschmack ist was dabei und man zahlt meist nicht mal Eintritt sondern nur für Getränke.
Heute begann dann die Orientation-Week. Ich hatte heute noch keine Veranstaltung, als study-abroad-Student nimmt dich hier ja eh keiner so ernst, da die wohl nur fürs Partymachen bekannt sind... Für mich ist diese Woche aber recht wichtig, da ich meine Kurse noch nicht fest gewählt habe. In manche Kurse komme ich anscheinend doch nicht rein, also muss ich alles wieder umschmeißen und dann kollidieren auch noch einige Kurse miteinander. Mein Problem ist eigentlich, dass ich aus tausenden von Kursen auswählen kann und das Angebot einfach zu groß ist. Aber ich hoffe, nach einer persönlichen Beratung seh ich etwas klarer.
Ansonsten fänd ich´s gut wenn ihr die warme Luft mal ein bisschen kräftiger zu mir rüber pusten könntet, besonders wenn´s dunkel ist (was um 18 Uhr der Fall ist) frier ich mir nämlich einiges ab hier!
Liebe Grüße an euch alle,
eure Katharina
Freitag war der letzte Tag des Englisch-Kurses, alle mussten noch eine Präsentation über ihr Essay-Thema halten, war aber alles eher in lockerer Stimmung gehalten. Ich hab über was psychologisches referiert und nur in fragende Gesichter geschaut. 95% der internationalen Studenten machen hier ja Business-Gedöns (vorallem die Asiaten sehen keinen Sinn darin andere Dinge zu studieren)... Alle waren aber sehr interessiert und haben tausend Sachen gefragt, somit wurden aus geplanten 10 Minuten Präsentation dann eher 30!
Insgesamt ist es für mich echt eine Umstellung mit so vielen BWLern Kontakt zu haben und ich vermiss doch schon meine Psychos zu Hause!! Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass alle noch so in Partystimmung sind oder ob es ein genereller Unterschied ist, aber meine Erfahrung bisher ist, dass alles hier ein bisschen oberflächlicher ist. Es ist unglaublich einfach dutzende von Menschen kennen zu lernen, aber etwas tiefere Gespräche waren bisher nur mit 2 Mädels möglich (Mariza, meine mexikanische Freundin und Irina, meine neue deutsch-karribische Mitbewohnerin).
Letztens unterhielt ich mich mit jemandem über psychische Krankheiten, da unterbrach uns ein australisches Mädel, ob wir nicht das Thema wächseln könnten, das wäre doch so traurig und depressiv über so etwas zu sprechen... Und als ich mich ein anderes Mal bei jemandem (aus Kanada) über einen meiner extrem unkritischen und profitgeilen Business-Klassenkameraden beschwerte, entgegnete dieser nur, wir Deutschen müssten auch immer die Moralapostel spielen... Na ja, ich bin gespannt ob ich da noch andere Eindrücke bekomme.
Samstag waren wir dann auf dem French-Festival in der Stadt direkt am Brisbane River. Dort scheint es häufig Kulturfeste zu geben und es war auch ganz nett. Ein großer Unterschied zu unseren Festen isr allerdings, dass bei uns jeder zweite Stand eine Fressbude ist, hier gab es für tausende von Menschen nur 2 Stände mit französichem Essen. Für einen Crépes musste man also mind. 30 Minuten Warteschlange in Kauf nehmen und da wir in Europa all so ein Zeugs ja an jeder Ecke bekommen war ich auch nicht so heiß darauf.
Abends waren wir dann wieder aus, nett ist hier, dass es viele Bars mit Livemusik gibt, für jeden Geschmack ist was dabei und man zahlt meist nicht mal Eintritt sondern nur für Getränke.
Heute begann dann die Orientation-Week. Ich hatte heute noch keine Veranstaltung, als study-abroad-Student nimmt dich hier ja eh keiner so ernst, da die wohl nur fürs Partymachen bekannt sind... Für mich ist diese Woche aber recht wichtig, da ich meine Kurse noch nicht fest gewählt habe. In manche Kurse komme ich anscheinend doch nicht rein, also muss ich alles wieder umschmeißen und dann kollidieren auch noch einige Kurse miteinander. Mein Problem ist eigentlich, dass ich aus tausenden von Kursen auswählen kann und das Angebot einfach zu groß ist. Aber ich hoffe, nach einer persönlichen Beratung seh ich etwas klarer.
Ansonsten fänd ich´s gut wenn ihr die warme Luft mal ein bisschen kräftiger zu mir rüber pusten könntet, besonders wenn´s dunkel ist (was um 18 Uhr der Fall ist) frier ich mir nämlich einiges ab hier!
Liebe Grüße an euch alle,
eure Katharina
Mittwoch, 14. Juli 2010
Sonntag, 11. Juli 2010
Wo sind all´die Spinnen & Schlangen??
So, ich bin jetzt etwas über 2 Wochen in Australien (fühlt sich aber an wie mind. 2 Monate), dauernd erzählen mir irgendwelche Menschen Horrorgeschichten über die abermillionen tödlichen Tiere in Australien, ich mach extra einen Ausflug in den Regenwald um endlich mal ein Tier zu Gesicht zu bekommen und was ist: Nicht mal ein Spinnchen hab ich zu Gesicht bekommen! Laut Rob, unserem Guide, machen alle Schlangen noch Winterschlaf, in ca. 8 Wochen sind sie dann auf Futtersuche... ich freu mich schon...
Aber mal von vorne: Letzte Woche haben wir beschlossen mal einen der vielen Ausflüge, die von der Uni angeboten werden, zu buchen. Springbrook National Park hieß das Ziel, ca. 1 1/2 Stunden Autofahrt entfernt von Brisbane und versprach Wasserfälle, Regenwald und wilde Tiere! Die Horrorgeschichten, die mir daraufhin von allen Seiten zugetragen wurden, reichten von kleinen Bären, die sich vom Baum auf dich fallen lassen und dir das Gesicht zerkratzen, Spinnen, deren Gift deine Haut bis auf den Knochen auflöst, Zecken & Blutegel, Pflanzen, die nach Hautkontakt 24 Stunden qualvolle Schmerzen bereiten usw. Ich war also dementsprechend auf alles gefasst. Und ich kann euch sagen, ich bekam nichts dergleichen zu Gesicht, geschweige denn, in Kontakt mit!
Trotzdem, oder deswegen, war es ein grandioser Ausflug! Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl im Regenwald zu sein, alles war sehr dicht bewachsen, riesige Bäume, alles nass und ein paar Wasserfälle.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich hier richtig wohl fühle. Das liegt vorallem daran, dass ich eine nette Bleibe gefunden habe, aber noch mehr an den tollen Leuten die ich über den Englisch-Kurs an der Uni kennengelernt habe. Alle zusammen sind wir ca. 15 Leute und ich kann von keinem sagen, dass er oder sie mir unsympathisch wäre. Am meisten zusammen bin ich mit einer kleineren Gruppe aus Südamerikanern und einem Deutschen, da wir alle sehr nah beieinander wohnen sehen wir uns recht häufig. Praktisch ist auch, dass man sich so ein Taxi in die Stadt und zurück teilen kann, da Busse/Bahnen hier nur bis 00:30 Uhr fahren. Freitag abend ist hier Ausgeh-Tag und auch wir haben uns die letzten beiden Wochen unters Volk gemischt. Es gibt hier einige nette Bars in denen auch viel getanzt wird. Die Aussies sind teilweise gewöhnungsbedürftig, sehr betrunken und zetteln auch mal ne Schlägerei an. Ich war jedenfalls ganz froh mit meiner netten Truppe unterwegs zu sein und auch ein paar Jungs dabei zu haben, die uns Mädels betrunkene Australier vom Leib gehalten haben. Außerdem wird der eh schon sehr breite Aussie-Slang mit steigendem Promille-Wert immer unverständlicher, für mich fast unmöglich eine Unterhaltung (mit Disko-Musik im Hintergrund) zu führen. Nach einer langen Nacht und etwas zu viel Rum war der Samstag dann auch eigentlich für mich gelaufen, bis ich aus dem Bett kam war es auch schon wieder dunkel, leider sind die Tage hier noch echt kurz.
Morgen geht´s dann in die letzte Woche Englisch-Kurs. Und vlt bekomme ich noch eine neue Mitbewohnerin, derzeit sind wir zu viert: 2 Chinesinnen und 1 Iranerin. Die sind alle sehr nett, aber es ist schon eher ´ne Zweckgemeinschaft. Das ist für mich vollkommen ok, da ich eh fast nur unterwegs bin und zu Hause eigentlich nur schlafen, essen oder arbeiten will, die Iranerin hat sich aber schon bei mir beschwert, dass es hier so ruhig wäre...
So, jetzt muss ich mich noch um einen Essay für den Englisch-Kurs kümmern, ist eigentlich ne super Möglichkeit für die Uni zu üben, ich bin aber leider so garnicht motiviert...
Genug News für diese Woche,
liebe Grüße an alle daheim,
eure Katharina
Aber mal von vorne: Letzte Woche haben wir beschlossen mal einen der vielen Ausflüge, die von der Uni angeboten werden, zu buchen. Springbrook National Park hieß das Ziel, ca. 1 1/2 Stunden Autofahrt entfernt von Brisbane und versprach Wasserfälle, Regenwald und wilde Tiere! Die Horrorgeschichten, die mir daraufhin von allen Seiten zugetragen wurden, reichten von kleinen Bären, die sich vom Baum auf dich fallen lassen und dir das Gesicht zerkratzen, Spinnen, deren Gift deine Haut bis auf den Knochen auflöst, Zecken & Blutegel, Pflanzen, die nach Hautkontakt 24 Stunden qualvolle Schmerzen bereiten usw. Ich war also dementsprechend auf alles gefasst. Und ich kann euch sagen, ich bekam nichts dergleichen zu Gesicht, geschweige denn, in Kontakt mit!
Trotzdem, oder deswegen, war es ein grandioser Ausflug! Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl im Regenwald zu sein, alles war sehr dicht bewachsen, riesige Bäume, alles nass und ein paar Wasserfälle.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich hier richtig wohl fühle. Das liegt vorallem daran, dass ich eine nette Bleibe gefunden habe, aber noch mehr an den tollen Leuten die ich über den Englisch-Kurs an der Uni kennengelernt habe. Alle zusammen sind wir ca. 15 Leute und ich kann von keinem sagen, dass er oder sie mir unsympathisch wäre. Am meisten zusammen bin ich mit einer kleineren Gruppe aus Südamerikanern und einem Deutschen, da wir alle sehr nah beieinander wohnen sehen wir uns recht häufig. Praktisch ist auch, dass man sich so ein Taxi in die Stadt und zurück teilen kann, da Busse/Bahnen hier nur bis 00:30 Uhr fahren. Freitag abend ist hier Ausgeh-Tag und auch wir haben uns die letzten beiden Wochen unters Volk gemischt. Es gibt hier einige nette Bars in denen auch viel getanzt wird. Die Aussies sind teilweise gewöhnungsbedürftig, sehr betrunken und zetteln auch mal ne Schlägerei an. Ich war jedenfalls ganz froh mit meiner netten Truppe unterwegs zu sein und auch ein paar Jungs dabei zu haben, die uns Mädels betrunkene Australier vom Leib gehalten haben. Außerdem wird der eh schon sehr breite Aussie-Slang mit steigendem Promille-Wert immer unverständlicher, für mich fast unmöglich eine Unterhaltung (mit Disko-Musik im Hintergrund) zu führen. Nach einer langen Nacht und etwas zu viel Rum war der Samstag dann auch eigentlich für mich gelaufen, bis ich aus dem Bett kam war es auch schon wieder dunkel, leider sind die Tage hier noch echt kurz.
Morgen geht´s dann in die letzte Woche Englisch-Kurs. Und vlt bekomme ich noch eine neue Mitbewohnerin, derzeit sind wir zu viert: 2 Chinesinnen und 1 Iranerin. Die sind alle sehr nett, aber es ist schon eher ´ne Zweckgemeinschaft. Das ist für mich vollkommen ok, da ich eh fast nur unterwegs bin und zu Hause eigentlich nur schlafen, essen oder arbeiten will, die Iranerin hat sich aber schon bei mir beschwert, dass es hier so ruhig wäre...
So, jetzt muss ich mich noch um einen Essay für den Englisch-Kurs kümmern, ist eigentlich ne super Möglichkeit für die Uni zu üben, ich bin aber leider so garnicht motiviert...
Genug News für diese Woche,
liebe Grüße an alle daheim,
eure Katharina
Montag, 5. Juli 2010
Kulturelle Kuriositäten
Sehr witzige Situation heute:
Ali, mein iranischer Klassenkamerad, sprach mich heute an und wollte, dass ich ihm jetzt mal richtig zeige, wie man sich bei uns in Deutschland begrüßt/verabschiedet. Er beschwerte sich, dass man sich im Englisch-Kurs ja immer nur "Hallo" sagen würde, aber als wir am Freitag abend alle zusammen aus waren, hätte man sich plötzlich umarmt... Er sei daraufhin so verwirrt gewesen, dass er bei unserer Begrüßung einfach nur da gestanden habe, seine Arme und Beine von sich gestreckt habe(und machte dabei eine Pose, die unmittelbar zu schallendem Gelächter aller beteiligten Personen führte und uns erst 15 Minuten später wieder ein verständliches Wort herverbringen ließ) und passiv darauf gewartet habe, was nun folgen möge... Der Arme, die Jungs tuscheln auch schon hinter seinem Rücken, weil es im Iran üblich ist alle Männer mit Küsschen zu begrüßen, hier aber natürlich nicht...
Ali, mein iranischer Klassenkamerad, sprach mich heute an und wollte, dass ich ihm jetzt mal richtig zeige, wie man sich bei uns in Deutschland begrüßt/verabschiedet. Er beschwerte sich, dass man sich im Englisch-Kurs ja immer nur "Hallo" sagen würde, aber als wir am Freitag abend alle zusammen aus waren, hätte man sich plötzlich umarmt... Er sei daraufhin so verwirrt gewesen, dass er bei unserer Begrüßung einfach nur da gestanden habe, seine Arme und Beine von sich gestreckt habe(und machte dabei eine Pose, die unmittelbar zu schallendem Gelächter aller beteiligten Personen führte und uns erst 15 Minuten später wieder ein verständliches Wort herverbringen ließ) und passiv darauf gewartet habe, was nun folgen möge... Der Arme, die Jungs tuscheln auch schon hinter seinem Rücken, weil es im Iran üblich ist alle Männer mit Küsschen zu begrüßen, hier aber natürlich nicht...
Sonntag, 4. Juli 2010
Samstag, 3. Juli 2010
Ich lebe noch!!!!
Hallo ihr Lieben,
ja ich gebe zu, ich hab mir ein bisschen Zeit gelassen mit meinem ersten Lebenszeichen, aber ich musste mich erstmal sammeln...
Ich fang am besten mal von vorne an:
Nachdem ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den D´dorfer Flughafen gelaufen bin, um jemanden zu finden der mir diese blöde (oder wie die Aussis sagen würden "bloody") blutverdünnende Spritze in den Bauch zu jagen und ein Apotheker meinem Hundeblick nach 20 minütiger Diskussion nicht mehr wiederstehen konnte, stieg ich also, mit den Nerven schon völlig am Ende, in die Luxusmaschine von Emirates. Leider stellte die sich jedoch als alles andere als luxuriös heraus. Ich bin ja nun echt nicht groß, aber die meiste Zeit waren meine Knie am Sitz des Vordermannes...
Die 4 Stunden Aufenthalt in Dubai habe ich genutzt um ein wenig auf einer Liege zu schlummern, der Transitbereich ist allerdings zu runter gekühlt, dass ich mehr gebibbert habe als geschlafen und Studien über die Leute dort betrieben habe. Es scheint dort übrigens nur grüne und blaue Plastik-Flipflops zu geben, das sieht echt zum Piepen aus, wenn die in ihren weißen Gewändern alle mit den gleichen Flipflops rum laufen, hab leider kein Foto davon.
Auf dem zweiten Flug saß ich neben einer Italienerin, die, wie sich nach der Hälfte des Fluges rausstellte, an die selbe Uni wie ich geht. Das war natürlich ganz schön, weil wir in den ersten Tagen viele Dinge zusammen erledigen konnten.
Ich kam also morgens um 6:30 Uhr in Brisbane an, völlig übermüdet, bin dann aber direkt zur Uni gefahren, weil dort eine Willkommensveranstaltung für neue Studenten lief. Anschließend habe ich das erste Hostel bezogen, welches seinem Namen alle Ehre machte: "Somewhere to stay" eben. Ich habs dort 2 Nächte ausgehalten, es war dort echt total verdreckt, hat gestunken und meine Zimmernachbarn sind eigentlich nur herum getorckelt...
Also gings ab ins nächste Hostel, das war dann echt super. Zusammen mit der Italienerin habe ich mich dann auf Wohnungssuche begeben: ich glaube wir haben 12 Häuser gesehen und ich war echt schon etwas verzweifelt, weil alle super verdreckt waren, aber natürlich dennoch astronomisch teuer. Jedenfalls kann ich mit deinen Wohnungssucherlebnissen, liebe Barbara, nun locker mithalten, da waren echt ein paar Freaks dabei, unglaublich!
Mittwoch bin ich dann in das einzige einigermaßen saubere Haus gezogen: ich teile Bad und Küche mit 4 anderen Leuten, derzeit sind aber noch nicht alle Zimmer voll belegt. Ich hoffe es kommen noch ein paar Nicht-Asiaten hinzu (was hier übrigens sehr unwahrscheinlich ist, da alles von Chinesen und Vietnamesen in Beschlag genommen ist). Nichts gegen die chinesichen Mädels in meinem Haus, sind nette Mädels, allerdings scheint es bei denen normal zu sein, dass man seine Haare im Bad auf den Boden schmeißt und nach dem Kochen ist halt manchmal das ganze Haus von undefinierbaren, üblen Gewürzen eingereuchert. Im Moment versuche ich sie noch davon zu überzeugen, dass wir unser Internet erweitern. Hier gibt es nähmlich nicht so etwas wie Internet-Flatrates wie es bei uns üblich ist, hier kauft man eine Gigabite-Menge (in unserem Fall 20 G für 5 Personen), und wenn diese aufgebraucht ist funktioniert das Internet zwar noch, ist aber unglaublich langsam, sodass bspw. skypen unmöglich wird. Leider sind die asiatischen Mädels hier sehr schüchtern und nicht sehr entscheidungsfreudig, es wird mich also noch etwas Mühe kosten sie dazu zu bewegen 50 G zu buchen, was $6 mehr für jeden von uns hieße.
Überhaupt sind die Lebenshaltunskosten hier echt happig! Ich zahle bspw. $620 pro Monat für mein Zimmer, was eher dem unteren Ende der Mietpreise hier entspricht. Ein Zimmer in einem der vielen Studentenwohnheime bekommst du nicht unter $880/Monat. Es gibt für Studenten zwar einige Vergünstigungen, öffentliche Verkehrsmittel sind aber dennoch teuer und auch nicht so gut ausgebaut wie bei uns.
Überhaupt ist die Fortbewegeung hier schwierig, da der Fluß die Stadt in 2 Hälften teilt, es jedoch nur wenige Brücken gibt. Eine weitere Möglichkeit sind die CityCats, kleine Fähren die ständig den Fluss abfahren, aber halt auch nur auf einem kleinen Abschnitt.
Ich laufe nun immer zur Uni, mit der Abkürzung über den Friedhof brauche ich dann auch nur 20 Minuten, was hier echt nix ist. Zusätzlich wird das viele Laufen durch tausende von Hügeln erschwert. Das ist echt unglaublich was die hier an Steigungen haben, ich werde demnächst mal Fotos davon machen. Ich kann euch nur sagen, nach den ersten zwei Tagen hatte ich heftige Schmerzen im Po und den Beinen, echt fies die Hügel.
Seit Montag nehme ich an einem Englisch-Kurs für akademisches Englisch teil. Manche Dinge könnte ich mir zwar sparen, da wir aus Deutschland ja vertraut sind mit englischen Artikeln, aber der Kurs ist ne super Möglichkeit Leute kennenzulernen. Mein Bekanntenkreis umfasst mittlerweile knapp 20 Leute und beinhaltet Mexico, Chile, Peru, Italien, China, Thailand, Iran, Pakistan, Norwegen und Vietnam, nur Australier sieht man hier slten ;-) Das ist echt ne richtig nette Truppe, man lernt viel über andere Kulturen und alle sind in der selben Situation hier. Heute abend werden wir dann das Spiel gegen Argentinien verfolgen, alle sind natürlich für Deutschland, in Südamerika mag die Argentinier nämlich niemand!
Ach so, bevor ich´s vergesse und ihr denkt, oh hat die es gut, die ist im schönen und immer angenehm, warmen Australien... von wegen... ich frier mir hier den Arsch ab! Diese typischen Häuser (auch genannt Queenslander) verfügen über quasi keine Isolierung oder wenn, dann nur über eine die es schafft, dass es innen kälter als draußen ist. Die Fenster schließen nicht nahtlos, so dass mich meine Vermieterin mit drei Decken ausgestattet hat, damit es wenigsten im Bett warm ist. Regen hatten wir auch schon einigen und es war die letzten Tage so kalt wie seit 22 Jahren nicht mehr, aber heute scheint die Sonne!
So, ich denke das genügt für´s erste, ich werd euch weiterhin auf dem Laufenden halten und freu mich von euch zu hören!
Bis bald,
eure Katharina
ja ich gebe zu, ich hab mir ein bisschen Zeit gelassen mit meinem ersten Lebenszeichen, aber ich musste mich erstmal sammeln...
Ich fang am besten mal von vorne an:
Nachdem ich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den D´dorfer Flughafen gelaufen bin, um jemanden zu finden der mir diese blöde (oder wie die Aussis sagen würden "bloody") blutverdünnende Spritze in den Bauch zu jagen und ein Apotheker meinem Hundeblick nach 20 minütiger Diskussion nicht mehr wiederstehen konnte, stieg ich also, mit den Nerven schon völlig am Ende, in die Luxusmaschine von Emirates. Leider stellte die sich jedoch als alles andere als luxuriös heraus. Ich bin ja nun echt nicht groß, aber die meiste Zeit waren meine Knie am Sitz des Vordermannes...
Die 4 Stunden Aufenthalt in Dubai habe ich genutzt um ein wenig auf einer Liege zu schlummern, der Transitbereich ist allerdings zu runter gekühlt, dass ich mehr gebibbert habe als geschlafen und Studien über die Leute dort betrieben habe. Es scheint dort übrigens nur grüne und blaue Plastik-Flipflops zu geben, das sieht echt zum Piepen aus, wenn die in ihren weißen Gewändern alle mit den gleichen Flipflops rum laufen, hab leider kein Foto davon.
Auf dem zweiten Flug saß ich neben einer Italienerin, die, wie sich nach der Hälfte des Fluges rausstellte, an die selbe Uni wie ich geht. Das war natürlich ganz schön, weil wir in den ersten Tagen viele Dinge zusammen erledigen konnten.
Ich kam also morgens um 6:30 Uhr in Brisbane an, völlig übermüdet, bin dann aber direkt zur Uni gefahren, weil dort eine Willkommensveranstaltung für neue Studenten lief. Anschließend habe ich das erste Hostel bezogen, welches seinem Namen alle Ehre machte: "Somewhere to stay" eben. Ich habs dort 2 Nächte ausgehalten, es war dort echt total verdreckt, hat gestunken und meine Zimmernachbarn sind eigentlich nur herum getorckelt...
Also gings ab ins nächste Hostel, das war dann echt super. Zusammen mit der Italienerin habe ich mich dann auf Wohnungssuche begeben: ich glaube wir haben 12 Häuser gesehen und ich war echt schon etwas verzweifelt, weil alle super verdreckt waren, aber natürlich dennoch astronomisch teuer. Jedenfalls kann ich mit deinen Wohnungssucherlebnissen, liebe Barbara, nun locker mithalten, da waren echt ein paar Freaks dabei, unglaublich!
Mittwoch bin ich dann in das einzige einigermaßen saubere Haus gezogen: ich teile Bad und Küche mit 4 anderen Leuten, derzeit sind aber noch nicht alle Zimmer voll belegt. Ich hoffe es kommen noch ein paar Nicht-Asiaten hinzu (was hier übrigens sehr unwahrscheinlich ist, da alles von Chinesen und Vietnamesen in Beschlag genommen ist). Nichts gegen die chinesichen Mädels in meinem Haus, sind nette Mädels, allerdings scheint es bei denen normal zu sein, dass man seine Haare im Bad auf den Boden schmeißt und nach dem Kochen ist halt manchmal das ganze Haus von undefinierbaren, üblen Gewürzen eingereuchert. Im Moment versuche ich sie noch davon zu überzeugen, dass wir unser Internet erweitern. Hier gibt es nähmlich nicht so etwas wie Internet-Flatrates wie es bei uns üblich ist, hier kauft man eine Gigabite-Menge (in unserem Fall 20 G für 5 Personen), und wenn diese aufgebraucht ist funktioniert das Internet zwar noch, ist aber unglaublich langsam, sodass bspw. skypen unmöglich wird. Leider sind die asiatischen Mädels hier sehr schüchtern und nicht sehr entscheidungsfreudig, es wird mich also noch etwas Mühe kosten sie dazu zu bewegen 50 G zu buchen, was $6 mehr für jeden von uns hieße.
Überhaupt sind die Lebenshaltunskosten hier echt happig! Ich zahle bspw. $620 pro Monat für mein Zimmer, was eher dem unteren Ende der Mietpreise hier entspricht. Ein Zimmer in einem der vielen Studentenwohnheime bekommst du nicht unter $880/Monat. Es gibt für Studenten zwar einige Vergünstigungen, öffentliche Verkehrsmittel sind aber dennoch teuer und auch nicht so gut ausgebaut wie bei uns.
Überhaupt ist die Fortbewegeung hier schwierig, da der Fluß die Stadt in 2 Hälften teilt, es jedoch nur wenige Brücken gibt. Eine weitere Möglichkeit sind die CityCats, kleine Fähren die ständig den Fluss abfahren, aber halt auch nur auf einem kleinen Abschnitt.
Ich laufe nun immer zur Uni, mit der Abkürzung über den Friedhof brauche ich dann auch nur 20 Minuten, was hier echt nix ist. Zusätzlich wird das viele Laufen durch tausende von Hügeln erschwert. Das ist echt unglaublich was die hier an Steigungen haben, ich werde demnächst mal Fotos davon machen. Ich kann euch nur sagen, nach den ersten zwei Tagen hatte ich heftige Schmerzen im Po und den Beinen, echt fies die Hügel.
Seit Montag nehme ich an einem Englisch-Kurs für akademisches Englisch teil. Manche Dinge könnte ich mir zwar sparen, da wir aus Deutschland ja vertraut sind mit englischen Artikeln, aber der Kurs ist ne super Möglichkeit Leute kennenzulernen. Mein Bekanntenkreis umfasst mittlerweile knapp 20 Leute und beinhaltet Mexico, Chile, Peru, Italien, China, Thailand, Iran, Pakistan, Norwegen und Vietnam, nur Australier sieht man hier slten ;-) Das ist echt ne richtig nette Truppe, man lernt viel über andere Kulturen und alle sind in der selben Situation hier. Heute abend werden wir dann das Spiel gegen Argentinien verfolgen, alle sind natürlich für Deutschland, in Südamerika mag die Argentinier nämlich niemand!
Ach so, bevor ich´s vergesse und ihr denkt, oh hat die es gut, die ist im schönen und immer angenehm, warmen Australien... von wegen... ich frier mir hier den Arsch ab! Diese typischen Häuser (auch genannt Queenslander) verfügen über quasi keine Isolierung oder wenn, dann nur über eine die es schafft, dass es innen kälter als draußen ist. Die Fenster schließen nicht nahtlos, so dass mich meine Vermieterin mit drei Decken ausgestattet hat, damit es wenigsten im Bett warm ist. Regen hatten wir auch schon einigen und es war die letzten Tage so kalt wie seit 22 Jahren nicht mehr, aber heute scheint die Sonne!
So, ich denke das genügt für´s erste, ich werd euch weiterhin auf dem Laufenden halten und freu mich von euch zu hören!
Bis bald,
eure Katharina
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