So, ich bin jetzt etwas über 2 Wochen in Australien (fühlt sich aber an wie mind. 2 Monate), dauernd erzählen mir irgendwelche Menschen Horrorgeschichten über die abermillionen tödlichen Tiere in Australien, ich mach extra einen Ausflug in den Regenwald um endlich mal ein Tier zu Gesicht zu bekommen und was ist: Nicht mal ein Spinnchen hab ich zu Gesicht bekommen! Laut Rob, unserem Guide, machen alle Schlangen noch Winterschlaf, in ca. 8 Wochen sind sie dann auf Futtersuche... ich freu mich schon...
Aber mal von vorne: Letzte Woche haben wir beschlossen mal einen der vielen Ausflüge, die von der Uni angeboten werden, zu buchen. Springbrook National Park hieß das Ziel, ca. 1 1/2 Stunden Autofahrt entfernt von Brisbane und versprach Wasserfälle, Regenwald und wilde Tiere! Die Horrorgeschichten, die mir daraufhin von allen Seiten zugetragen wurden, reichten von kleinen Bären, die sich vom Baum auf dich fallen lassen und dir das Gesicht zerkratzen, Spinnen, deren Gift deine Haut bis auf den Knochen auflöst, Zecken & Blutegel, Pflanzen, die nach Hautkontakt 24 Stunden qualvolle Schmerzen bereiten usw. Ich war also dementsprechend auf alles gefasst. Und ich kann euch sagen, ich bekam nichts dergleichen zu Gesicht, geschweige denn, in Kontakt mit!
Trotzdem, oder deswegen, war es ein grandioser Ausflug! Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl im Regenwald zu sein, alles war sehr dicht bewachsen, riesige Bäume, alles nass und ein paar Wasserfälle.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich hier richtig wohl fühle. Das liegt vorallem daran, dass ich eine nette Bleibe gefunden habe, aber noch mehr an den tollen Leuten die ich über den Englisch-Kurs an der Uni kennengelernt habe. Alle zusammen sind wir ca. 15 Leute und ich kann von keinem sagen, dass er oder sie mir unsympathisch wäre. Am meisten zusammen bin ich mit einer kleineren Gruppe aus Südamerikanern und einem Deutschen, da wir alle sehr nah beieinander wohnen sehen wir uns recht häufig. Praktisch ist auch, dass man sich so ein Taxi in die Stadt und zurück teilen kann, da Busse/Bahnen hier nur bis 00:30 Uhr fahren. Freitag abend ist hier Ausgeh-Tag und auch wir haben uns die letzten beiden Wochen unters Volk gemischt. Es gibt hier einige nette Bars in denen auch viel getanzt wird. Die Aussies sind teilweise gewöhnungsbedürftig, sehr betrunken und zetteln auch mal ne Schlägerei an. Ich war jedenfalls ganz froh mit meiner netten Truppe unterwegs zu sein und auch ein paar Jungs dabei zu haben, die uns Mädels betrunkene Australier vom Leib gehalten haben. Außerdem wird der eh schon sehr breite Aussie-Slang mit steigendem Promille-Wert immer unverständlicher, für mich fast unmöglich eine Unterhaltung (mit Disko-Musik im Hintergrund) zu führen. Nach einer langen Nacht und etwas zu viel Rum war der Samstag dann auch eigentlich für mich gelaufen, bis ich aus dem Bett kam war es auch schon wieder dunkel, leider sind die Tage hier noch echt kurz.
Morgen geht´s dann in die letzte Woche Englisch-Kurs. Und vlt bekomme ich noch eine neue Mitbewohnerin, derzeit sind wir zu viert: 2 Chinesinnen und 1 Iranerin. Die sind alle sehr nett, aber es ist schon eher ´ne Zweckgemeinschaft. Das ist für mich vollkommen ok, da ich eh fast nur unterwegs bin und zu Hause eigentlich nur schlafen, essen oder arbeiten will, die Iranerin hat sich aber schon bei mir beschwert, dass es hier so ruhig wäre...
So, jetzt muss ich mich noch um einen Essay für den Englisch-Kurs kümmern, ist eigentlich ne super Möglichkeit für die Uni zu üben, ich bin aber leider so garnicht motiviert...
Genug News für diese Woche,
liebe Grüße an alle daheim,
eure Katharina
Vooorsicht! Mal gaanz schön stille sein! Nicht dass deine "Enttäuschung" all zu schnell verfliegen muss, wenn die Viechlein aus den Löchern kriechen und dich fernab von wilder Natur in der Zivilisation überraschen!
AntwortenLöschen"Immer wachsam bleiben" rät
Beate