Titel

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Freitag, 19. November 2010

Ja, mich gibt's auch noch!

Hallöchen,
ja ich weiß, es war ein wenig ruhig in letzter Zeit auf meinem Blog, aber es gab einfach nicht so spannende Stories zu erzählen. In den letzten Uni Wochen waren alle um mich herum extrem gestresst und hatten viel zu lernen, nur ich war eigentlich entspannt, da ich ja keine Noten mit nach Deutschland nehme. Ich hab mich dann eher ein wenig gelangweilt und leider hat es auch sehr viel geregnet. Zwischendurch habe ich Ausflüge an die Gold Coast gemacht und mich ein wenig am Strand gefläzt. Philipp, ein Kommilitone von mir aus Düsseldorf, macht grad dort sein Auslandssemester und es ist nur ca. ne Stunde von Brisbane entfernt. Der Strand ist kilometerlang, nur leider ist die ganze Küste mit riesigen Hotelbauten zugemüllt, sieht etwas Ami-mäßig aus...
In den letzten zwei Wochen hatte ich dann 4 Klausuren, in jedem Fach eine. Alle im multiple-choice Format und manchmal musste man noch zusätzlich Kurzessays schreiben. Aus der Uni bin ich Klausuren ja garnicht gewohnt, meine Prüfungen sind ja fast immer mündlich. Das war echt ne Erfahrung hier, mit hunderten von Studenten in einem Saal, extrem strenge Regeln, dauernd Anweisungen mit dem Mikro wann man den Stift in die Hand nehmen darf usw., und viele Rentner die glaub ich ehrenamtlich Aufpasser spielen. Die meisten Klausuren sind bei mir auch eigentlich ganz gut gelaufen, mit ein bisschen mehr Vorbereitung (ja, ich war sehr faul...) hätten sie auch sehr gut werden können, multiple-choice ist jetzt nicht das Schwierigste.
Gestern haben dann alle ihre letzte Klausur gehabt und seitdem ist eigentlich Dauerparty. Hinzu kommt, dass natürlich alle ihre Abschiedsparties machen, unsere ist heute! Ein paar meiner Freunde haben Brisbane auch schon verlassen und allgemein ist die Stimmung schon ein wenig sentimental... Schließlich waren wir alle in der selben Situation, niemand hatte Familie oder Freunde hier und in 6 Monaten kommt man sich dann doch sehr nah. Und jetzt verabschiedet man sich mit dem Gedanken, hmm, diese Person werde ich vlt nie wieder sehen, schon komisch. Na ja, wir haben uns allerdings fest vorgenommen uns mit einigen wieder zu treffen und ich wär ja auch schön blöd die Chance nicht zu nutzen und Freunde in Mexico, Chile, Peru, Grenada, Kanada, Norwegen usw. zu besuchen!! Mama plant schon ihren Urlaub für nächstes Jahr ;-)
Apropos Mama: Sonntag ist sie schon bei mir! Ich kann's kaum erwarten und freu mich total auf unsere Reise. Die komplette Route ist jetzt geplant und gebucht: Wir fliegen am 24.11. nach Airlie Beach (nördlich von Brisbane) um dort einen 3-tägigen Segeltrip um die Whitsundays zu machen, natürlich mit Tauchen und Schnorcheln im Riff, dann gehts am 28.11. nach Cairns (ganz im Norden) und auf eine Regenwald-Tour (super, doch wieder Regen an meinem Geburtstag...). Am 2.12. kommen wir dann in Melbourne an und werden mal die griechische Gemeinde ein wenig aufmischen ;-) Melbourne muss richtig cool sein, ich hab schon einige gute Tipps von Freunden bekommen. Unter anderem werden wir dort einen Ausflug auf die berühmte Great Ocean Road machen. Am 7.12. fliegen wir dann ins rote Zentrum nach Alice Springs und machen eine 3-tägige Campingtour in den Nationalparks um den Uluru herum. Freunde haben mir empfohlen mich vor dem Schlafengehen zu betrinken, damit ich nicht die ganzen Tiere ums Zelt herum höre... Am 11.12. geht es dann schließlich nach Sydney und von dort am 15.12. nach Bangkok für 2 Tage. Und am 18.12. lande ich schließlich mittags um 12:50 Uhr in Düsseldorf! Das heißt, falls ich mich nicht doch noch entscheide zwei Monate länger hier unten zu bleiben, es ist schon verlockend sich noch ein wenig Neuseeland und Fidji oder die Solomon-Islands anzuschauen... Aber andererseits freue ich mich auch total euch alle wieder zu sehen! Grade wenn hier ein wenig der Alltag einkehrt stellt sich doch Heimweh ein... Und Weihnachten ohne die Familie ist auch uncool, obwohl, so am Strand mit Glühwein hat auch was, oder??
Auf Berichte von der Reise werdet ihr dann wohl warten müssen bis ich zurück bin, ich werde wahrscheinlich nicht oft Internet Zugang haben.
Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist, in einem Monat sehe ich euch schon wieder!

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Kulturelle Kuriositäten III

Da ihr ja so gerne kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Australien hört gibt es heute ein paar sprachliche Kuriositäten in Katharina´s kleiner Australien Schule ;-) Böse Zungen behaupten ja die Australier haben keine eigene Identität, weil eigentlich immer die Eltern oder mindestens die Großeltern aus Europa oder den USA abstammen und die weiße Bevölkerung in Australien eine nicht wirklich lange Geschichte aufweisen kann. Das hat auch zur Folge, dass die Australier viele ausländische und vorallem deutsche Wörter in ihren alltäglichen Sprachgebrauch übernommen haben. Dass das Wort "Kindergarten" sich auf der ganzen Welt verbreitet hat ist ja mittlerweile allseits bekannt. Ganz schön gestutzt hab ich aber, als ich zum ersten Mal das Wort "Schadenfreude" von Australiern zu hören bekam. Dafür gibts kein englisches Wort! Und dieses Wort ist mir jetzt schon häufiger begegnet, übrigens in einer sehr amüsanten Aussprache.
Ein weiteres adaptiertes Wort ist "Meidung", was aber glaub ich von den Amish peoplen aus den USA kommt.
Als dann heute meine Tutorin in der Uni auch noch verkündete, sie habe ihren Laptop "kaputted" konnte ich mich echt kaum halten vor Lachen!
Mittlerweile haben wir auch herausgefunden, dass es im englischen für manche deutschen Begriffe keine englischen Äquivalente gibt. So scheint es wohl kein Wort für "Kniekehle" zu geben (wir versuchen grade dieses Wort in den australischen Sprachgebrauch einzuführen, aber die Australier tun sich noch schwer...). Desweiteren gibt es kein Wort für "Ohrwurm", eigentlich auch ein schönes Deutsches Wort, oder?
Dann gibt es auch noch australische Ausdrücke die schlicht und einfach falsch sind und die die Australier dringend ändern müssen: So machen zum Beispiel die Hähne in Australien nicht "kikerikki" sonder Achtung (!!) "cocka doodle doo"... dafür hab ich keine Worte... und Frösche machen nicht "quack" sondern "rebbit".
Das erklärt wahrscheinlich auch warum ich manchmal nachts von lauten Affengeräuschen wach werde und denke vor meinem Fenster sitzt eine Horde wildgewordener Affen, aber nein, es sind Vögel!! Die armen Tiere in Australien sind einfach so verwirrt von den komischen Ausdrücken die Australier ihnen andichten, dass sie garnicht mehr wissen, was für ein Tier sie eigentlich sind und wie sie sich normalerweise anzuhören haben!! Total verstörte Identitäten... (Dieser Vogel nennt sich übrigens Kookaburra.)
Ach ja, und dann gibt es sobald es dunkel ist immer diese seltsamen Klickgeräusche. Es hat mich ein paar Wochen gekostet um drauf zu kommen von welchem Tier diese Geräusche ausgehen, aber jetzt weiß ich es: es sind kleine Geckos! Ich hab noch nie irgendwo auf der Welt gehört, dass Geckos Geräusche machen, aber hier in Australien klicken sie wie blöde... und richtig laut! Ihr seht, ein seltsames Land...
to be continued...

Samstag, 9. Oktober 2010

Road Trip

Montag, 4. Oktober 2010

Von Gladstone nach Brisbane

Wie gesagt, die Mädels warteten also schon, Mariza, Irina und Rocío. Die drei sind schon Freitag nach Cairns geflogen und dann alleine die Küste in unserem Camper bis nach Gladstone gefahren und waren dementsprechend auch etwas k.o. als sie ankamen. Wir sind dann aber noch direkt weiter nach 1770 gefahren, jaa der Ort heißt wirklich so und ist benannt nach der Ankunft von James Cook an dieser Stelle im Jahre 1770. Dort haben wir uns dann erstmal fix nach einem Campingplatz umsehen, man darf ja leider nicht irgendwo mit seinem Camper stehen und drin schlafen. Da die Plätze immer so gegen 18 Uhr schließen muss man immer fix einen Platz finden und da momentan 2 Wochen Schulferien sind, sind auch viele Plätze ausgebucht!
Auf der Fahrt habe ich dann meine ersten Mückenstiche abbekommen, jaa auch die australischen Mücken lieben mich leider... Auf Heron gab es keine einzige Mücke (war halt das Paradies, ne?!)...
Am nächsten Tag haben wir dann nur am Strand relaxt und uns ein bisschen umgeschaut, wir waren alle ziemlich k.o. von den letzten Tagen. Am nächsten Tag sind wir dann in einen Laden gegangen der Touren anbietet und gefragt was wir hier so machen können. Der Typ schlug uns vor einen Trip zu buchen der sich "Cast Away" nennt: man wird mit einem Flugzeug auf eine einsame Insel gefahren, übernachtet in Zelten im Busch und wird am nächsten wieder abgeholt. Wir haben ihm gesagt, dass wir uns eigentlich was günstiges vorgestellt hatten und als er dann meinte es kostet nur $75 pro Nase waren wir sofort dabei (normalerweise zahlt man für die meisten Tagesausflüge schon $130). Am nächsten Morgen hat uns dann also der Pilot abgeholt, wir hatten Verpflegung und Klamotten im Gepäck. Am Flugplatz angekommen erwartete uns eine winzige etwas angerostete Cessna mit vier Sitzplätzen, er musste daher zwei mal fliegen. Der Flug war dann... naja...ich weiß nicht wie ich ihn beschreiben soll...wackelig war er sowieso, das Problem war aber eigentlich das unser Pilot ein bisschen durchgeknallt war und sich für einen Kunstflieger gehalten hat... Die Türen hat er erst kurz vor dem Abheben geschlossen und in dem Moment als wir ein Foto auf dem Flug machen sollten ist er in den Sturzflug gegangen um danach wieder aufzusteigen... ich hab mich gefühlt wie in einer Achterbahn, nur das ich das Gefühl hatte ich muss jeden Moment sterben, ihr könnt euch garnicht vorstellen wie ich mit Rocío hinten gekreischt habe, wir haben uns nur aneinander geklammert, während Irina vorne einen heiden Spaß hatte! Nach 15-minütigem Flug mit so allerlei Manövern gings dann endlich in den Landeanflug, da es jedoch eine einsame Insel war, gabs natürlich keine Landebahn und wir sind am STRAND gelandet!! War jedoch sehr sanft. Meine Erleichterung, dass ich noch am Leben war hielt allerdings nicht lange an. Als wir aus dem Flugzeug stiegen erwartete uns am Strand gleich eine Schlange, die sich nach Begutachtung durch unseren Piloten als ein Taipan herausstellte. Das ist nebenbei nur die tödlichste Schlange auf der ganzen Welt. Wir waren dann doch leicht hysterisch und haben schon überlegt wie wir wohl die Nacht überstehen sollen... Nach erfolglosen Versuchen des Piloten die Schlange zu verscheuchen, die allerdings nur in aggressiven Angriffen der Schlange endeten (zum Glück war sie im Sand nicht so schnell, wir hatten schon Angst wir kommen nicht mehr von der Insel runter weil unser Pilot hier abkrazt!), entschied er sich schließlich sie um die Ecke zu bringen. Ich glaub wir haben nur gekreischt...
Da es auf der Insel keinen Handyempfang gab und unsere einzige Möglichkeit im Notfall an Hilfe zu kommen ein Leuchtturmwärter-Päarchen war, haben wir also als erstes den Weg (40 Minuten) durch das Buschinnere der Insel zum Leuchtturm erkundet ;-) Anschließend sind wir noch zu einem einsamen Strand gewandert und haben auf unserem Weg einige riesige Warane gesehen, sehr beeindruckend, aber zum Glück keine weiteren Schlangen.
Zurück im Camp haben wir dann erstmal unser Schlaflager bezogen, etwa 10 Meter vom Strand entfernt im Busch, da wir nicht im Dunkeln dort rumhantieren wollten. Inzwischen war auch ein weiteres Päarchen gelandet und wir waren froh, dass wenigstens ein mutiger Junge im Camp war! Unsere Küche bestand aus einem Gaskocher und unsere Toilette war ein großes Loch mit Klobrille und dem besten Ausblick den ich je auf einer Toilette gehabt habe, nämlich auf das Meer ;-)
Ein großes Problem für mich waren die Mücken und vorallem fiese, riesige Bremsen. Darauf war ich nicht vorbereitet und so hatte ich gleich 10 Minuten nach unserer Ankunft 4 Bremsenstiche auf die ich auch in Deutschland allergisch reagiere... Die Stiche sind daher etwa so wie mein Fuß angeschwollen, nur diesmal an den Armen und Beinen und ich sah echt mutiert aus... Zurück auf dem Festland hab ich mir erst mal Tabletten und was gegen den Juckreiz gekauft und so langsam wirds auch besser!
In der Nacht in den Zelten haben wir alle nicht wirklich gut und lange geschlafen und um 10 Uhr morgens kam dann auch schon wieder crazy Bruce (der Pilot). Wir haben ihn diesmal gebeten nicht so viele Tricks zu machen und er hat sich auch (fast) dran gehalten! Später hat er uns erzählt, dass ihm ca. einmal pro Woche jemand ins Flugzeug kotzt, kein Wunder! Bruce hatte ne Menge Geschichten auf Lager, von Päarchen die in seinem Flugzeug seiner Aussage nach dem "Mile High Club" beigetreten sind oder Schlangen die mitten während des Fluges im Fußraum aufgetaucht sind...
Wieder festen Boden unter den Füßen haben wir uns dann mit unserem Camper auf den Weg nach Noosa gemacht, wo wir Samstag abend angekommen sind. Noosa ist ein ziemliches Luxusörtchen mit vielen schicken Restaurants und Hotels und war voll mit Australiern. Alles was wir wollten war aber erstmal eine ordentliche Dusche, wir hatten ja einen Mix aus Sonnenmilch, Mückenabwehr, Juckreiz milderndem Mittel, Sand und Salzwasser auf der Haut. 24 Stunden cast away war für meinen Geschmack auch genug, war ne super Erfahrung und wir hatten viel Spaß, aber viel länger hätte ich mit all den Bremsen nicht ausgehalten. Sonntag gings dann recht früh wieder zurück nach Brisbane, wir waren alle ziemlich k.o. Ich hatte wirklich meine tollste Zeit bisher hier in Australien, aber campen schlaucht auch ganz schön. Die Nächte waren halt immer kurzund nicht wirklich erholsam!
Jetzt geht´s in den Uni-Endspurt: noch 4 Wochen Vorlesungen und 2 Assignments, dann eine Woche frei und dann zwei Wochen End-Klausuren und dann wars das schon. Ich dreh schon langsam ein bisschen am Rad und versuche noch alle meine Pläne in den nächsten Wochen unterzubringen...
Demnächst gibts dann wieder Neuigkeiten aus Brisbane!

Heron Island