Wie gesagt, die Mädels warteten also schon, Mariza, Irina und Rocío. Die drei sind schon Freitag nach Cairns geflogen und dann alleine die Küste in unserem Camper bis nach Gladstone gefahren und waren dementsprechend auch etwas k.o. als sie ankamen. Wir sind dann aber noch direkt weiter nach 1770 gefahren, jaa der Ort heißt wirklich so und ist benannt nach der Ankunft von James Cook an dieser Stelle im Jahre 1770. Dort haben wir uns dann erstmal fix nach einem Campingplatz umsehen, man darf ja leider nicht irgendwo mit seinem Camper stehen und drin schlafen. Da die Plätze immer so gegen 18 Uhr schließen muss man immer fix einen Platz finden und da momentan 2 Wochen Schulferien sind, sind auch viele Plätze ausgebucht!
Auf der Fahrt habe ich dann meine ersten Mückenstiche abbekommen, jaa auch die australischen Mücken lieben mich leider... Auf Heron gab es keine einzige Mücke (war halt das Paradies, ne?!)...
Am nächsten Tag haben wir dann nur am Strand relaxt und uns ein bisschen umgeschaut, wir waren alle ziemlich k.o. von den letzten Tagen. Am nächsten Tag sind wir dann in einen Laden gegangen der Touren anbietet und gefragt was wir hier so machen können. Der Typ schlug uns vor einen Trip zu buchen der sich "Cast Away" nennt: man wird mit einem Flugzeug auf eine einsame Insel gefahren, übernachtet in Zelten im Busch und wird am nächsten wieder abgeholt. Wir haben ihm gesagt, dass wir uns eigentlich was günstiges vorgestellt hatten und als er dann meinte es kostet nur $75 pro Nase waren wir sofort dabei (normalerweise zahlt man für die meisten Tagesausflüge schon $130). Am nächsten Morgen hat uns dann also der Pilot abgeholt, wir hatten Verpflegung und Klamotten im Gepäck. Am Flugplatz angekommen erwartete uns eine winzige etwas angerostete Cessna mit vier Sitzplätzen, er musste daher zwei mal fliegen. Der Flug war dann... naja...ich weiß nicht wie ich ihn beschreiben soll...wackelig war er sowieso, das Problem war aber eigentlich das unser Pilot ein bisschen durchgeknallt war und sich für einen Kunstflieger gehalten hat... Die Türen hat er erst kurz vor dem Abheben geschlossen und in dem Moment als wir ein Foto auf dem Flug machen sollten ist er in den Sturzflug gegangen um danach wieder aufzusteigen... ich hab mich gefühlt wie in einer Achterbahn, nur das ich das Gefühl hatte ich muss jeden Moment sterben, ihr könnt euch garnicht vorstellen wie ich mit Rocío hinten gekreischt habe, wir haben uns nur aneinander geklammert, während Irina vorne einen heiden Spaß hatte! Nach 15-minütigem Flug mit so allerlei Manövern gings dann endlich in den Landeanflug, da es jedoch eine einsame Insel war, gabs natürlich keine Landebahn und wir sind am STRAND gelandet!! War jedoch sehr sanft. Meine Erleichterung, dass ich noch am Leben war hielt allerdings nicht lange an. Als wir aus dem Flugzeug stiegen erwartete uns am Strand gleich eine Schlange, die sich nach Begutachtung durch unseren Piloten als ein Taipan herausstellte. Das ist nebenbei nur die tödlichste Schlange auf der ganzen Welt. Wir waren dann doch leicht hysterisch und haben schon überlegt wie wir wohl die Nacht überstehen sollen... Nach erfolglosen Versuchen des Piloten die Schlange zu verscheuchen, die allerdings nur in aggressiven Angriffen der Schlange endeten (zum Glück war sie im Sand nicht so schnell, wir hatten schon Angst wir kommen nicht mehr von der Insel runter weil unser Pilot hier abkrazt!), entschied er sich schließlich sie um die Ecke zu bringen. Ich glaub wir haben nur gekreischt...
Da es auf der Insel keinen Handyempfang gab und unsere einzige Möglichkeit im Notfall an Hilfe zu kommen ein Leuchtturmwärter-Päarchen war, haben wir also als erstes den Weg (40 Minuten) durch das Buschinnere der Insel zum Leuchtturm erkundet ;-) Anschließend sind wir noch zu einem einsamen Strand gewandert und haben auf unserem Weg einige riesige Warane gesehen, sehr beeindruckend, aber zum Glück keine weiteren Schlangen.
Zurück im Camp haben wir dann erstmal unser Schlaflager bezogen, etwa 10 Meter vom Strand entfernt im Busch, da wir nicht im Dunkeln dort rumhantieren wollten. Inzwischen war auch ein weiteres Päarchen gelandet und wir waren froh, dass wenigstens ein mutiger Junge im Camp war! Unsere Küche bestand aus einem Gaskocher und unsere Toilette war ein großes Loch mit Klobrille und dem besten Ausblick den ich je auf einer Toilette gehabt habe, nämlich auf das Meer ;-)
Ein großes Problem für mich waren die Mücken und vorallem fiese, riesige Bremsen. Darauf war ich nicht vorbereitet und so hatte ich gleich 10 Minuten nach unserer Ankunft 4 Bremsenstiche auf die ich auch in Deutschland allergisch reagiere... Die Stiche sind daher etwa so wie mein Fuß angeschwollen, nur diesmal an den Armen und Beinen und ich sah echt mutiert aus... Zurück auf dem Festland hab ich mir erst mal Tabletten und was gegen den Juckreiz gekauft und so langsam wirds auch besser!
In der Nacht in den Zelten haben wir alle nicht wirklich gut und lange geschlafen und um 10 Uhr morgens kam dann auch schon wieder crazy Bruce (der Pilot). Wir haben ihn diesmal gebeten nicht so viele Tricks zu machen und er hat sich auch (fast) dran gehalten! Später hat er uns erzählt, dass ihm ca. einmal pro Woche jemand ins Flugzeug kotzt, kein Wunder! Bruce hatte ne Menge Geschichten auf Lager, von Päarchen die in seinem Flugzeug seiner Aussage nach dem "Mile High Club" beigetreten sind oder Schlangen die mitten während des Fluges im Fußraum aufgetaucht sind...
Wieder festen Boden unter den Füßen haben wir uns dann mit unserem Camper auf den Weg nach Noosa gemacht, wo wir Samstag abend angekommen sind. Noosa ist ein ziemliches Luxusörtchen mit vielen schicken Restaurants und Hotels und war voll mit Australiern. Alles was wir wollten war aber erstmal eine ordentliche Dusche, wir hatten ja einen Mix aus Sonnenmilch, Mückenabwehr, Juckreiz milderndem Mittel, Sand und Salzwasser auf der Haut. 24 Stunden cast away war für meinen Geschmack auch genug, war ne super Erfahrung und wir hatten viel Spaß, aber viel länger hätte ich mit all den Bremsen nicht ausgehalten. Sonntag gings dann recht früh wieder zurück nach Brisbane, wir waren alle ziemlich k.o. Ich hatte wirklich meine tollste Zeit bisher hier in Australien, aber campen schlaucht auch ganz schön. Die Nächte waren halt immer kurzund nicht wirklich erholsam!
Jetzt geht´s in den Uni-Endspurt: noch 4 Wochen Vorlesungen und 2 Assignments, dann eine Woche frei und dann zwei Wochen End-Klausuren und dann wars das schon. Ich dreh schon langsam ein bisschen am Rad und versuche noch alle meine Pläne in den nächsten Wochen unterzubringen...
Demnächst gibts dann wieder Neuigkeiten aus Brisbane!
Nabend Kathy,
AntwortenLöschenda ich ja die vergangenen Tage auf Malle war (ultra erholsam), konnte ich mich erst jetzt wieder deinem Blog widmen. Es hat sich ja in den letzten drei Wochen so einiges getan.
Das Foto deines Fußes nach der Mücken-Attacke spricht für sich ;-). Die Viecher scheinen dort ja richtig übel zu sein! Dein empfohlener Videolink ist echt lustig … Da freut man sich doch auf Australien :-).
Das die UNI doch sehr kräfteraubend ist kann ich mir gut vorstellen, zumal es dort ja sicherlich sooooooo viele Dinge zu erleben gibt, die definitiv interessanter als die UNI sind. Aber denk daran, dass du zwecks des studieren dort bist.
Deine Ausflüge sind der absolute Wahnsinn… Genieße sie! Die zahlreichen Bilder – danke im Übrigen dafür, dass du uns so neidisch machst :-) – sind einfach nur genial. Die Unterwasseraufnahmen machen einem deutlich wie wichtig es ist unsere Umwelt zu schützen. Vor allen Dingen das Foto 105 mit der „Schildi“ ist traumhaft. Krass, dass es auf der Insel nur das Hotel und die Forschungsstation gibt. Obwohl ich diese Kombi auch schon wieder ulkig finde: reiche Touris hausen neben Wissenschaftlern. Wo habt ihr eigentlich da gepennt? In einem der Luxusappartements :-)? Wäre jedenfalls geil… Das man dort definitiv von der Außenwelt abgeschnitten ist, räumlich als auch telekommunikativ, finde ich genial.
Ich glaube, wenn ich auf dem Weg zum Riff bereits die ersten Haie im Wasser entdeckt hätte wäre ich niemals dort reingegangen. Respekt das du den Mut dazu hattest. Andererseits würde mich das Wasser bzw. die Unterwasserwelt schon reizen über den eigenen Schatten zu springen. Den Bildern zufolge seid ihr ja teils richtig nah an die Haie rangekommen. Oh je, ich darf gar nicht weiter drüber nachdenken.
Das ihr den Preis für’s beste Forschungsprojekt gerockt habt ist ja mal mega. Die Tage scheinen echt ein schönes Erlebnis gewesen zu sein. Klingt jedenfalls alles ganz toll. Das dir bzw. euch der Abschied unheimlich schwer fiel glaube ich dir gerne. Nach solch schönen Erfahrungen kein Wunder.
Bei der Tour von Gladstone nach Brisbane hast du geschrieben „unser Camper“. Habt ihr euch mit mehreren Leuten einen gekauft? Da haben die Mädels aber ne ganz schöne Strecke zurückgelegt. Also von Cairns nach Brisbane ist ja ein ordentliches Stück…
Eurer „Robinson Crusoe“ Trip war ja ultra billig. Ziemlich coole und mutige Idee, vor allem bei dem Flug. Landung am Strand hört sich schon ultra, na ja wie soll ich sagen, spektakulär an. Kathy, du machst mich echt fertig: „Als wir aus dem Flugzeug stiegen erwartete uns am Strand gleich eine … Taipan.“ Ich möchte nicht das Gesicht deiner Eltern gesehen haben, als sie das lasen!!! Ihr habt also auf einer Insel gehaust, auf der die tödlichste Schlange der Welt residiert? Ihr habt doch den Schuss nicht mehr gehört… Wenn du von dem Viech gebissen wirst, kannst du auf ner Insel mal nicht eben 112 wählen. An eurer Stelle hätte ich nicht gekreischt, sondern mich eher im Flugzeug verkrochen. Die Vorstellung auf so ne Insel zu sein ist ja wirklich schön, aber mit nem Taipan als Nachbarn dann nicht mehr…
Also, ganz ehrlich, ich habe die ganzen Blogeinträge vorher auf Begegnungen mit Tieren gewartet. Jetzt ist das Warten endlich vorbei, allerdings weiß ich auch nicht, ob ich weitere Geschichten lesen möchte, da es teils echt übel klingt. Insbesondere die Taipangeschichte setze mir zu.
Mach da unten keinen Mist, pass auf dich auf und halte dich!
LG Dähn