Letztes Wochenende stand mein erster Field Trip mit meinem Meeresbiologie-Kurs nach North Stradbroke Island an. Die Insel liegt direkt vor dem Festland bei Brisbane, insgesamt ist man etwa 1,5 Std unterwegs. Freitag morgen gings um 7(!)Uhr von der Uni aus mit 47 Studenten los zur universitätseigenen Moreton Bay Research Station. Schon morgens hat es geregnet, Regenpausen gabs nur kurz, wenn wir grade alle zum Essen drinnen waren...
Auf der Station angekommen gings direkt an den Strand der 10 Meter vor der Station lag, da grad Ebbe war (die Gezeiten sind hier ganz schön stark ausgeprägt). Wir haben uns also präpariert, kurze Hose an, extra gekaufte Wasserschuhe und alles Warme was man dabei hatte, natürlich hatte niemand eine Regenjacke dabei... Übrigens, den netten Regenmantel den ich auf den Fotos trage habe ich erst beim zweiten Ausflug an den Strand bekommen, nicht dass ihr denkt, och, sieht doch ganz warm und trocken aus, was meckert sie denn schon wieder rum...
Dann gings für 2 Stunden in den strömenden Regen, die ganze Zeit mindestens mit den Füßen im Wasser. Wir haben uns also angeschaut, was so alles im Sand und an den Felsen kreucht und fleucht, Würmer, Krabben, Austern, Miesmuscheln und einiges andere. Auf dem Weg zurück habe ich niemanden gesehen, der keine blauen Lippen hatte und nicht mit den Zähnen geschlottert hat!! Dann erstmal frische Sachen an, man war ja bis auf die Unterhose durchnässt, Mittagessen und wieder für 2 Stunden raus. Diesmal etwas besser ausgerüstet (ich gehörte zu den wenigen Glücklichen die noch einen Mantel ergattert haben) gings nun zum Seine Netting (keine Ahnung wie das auf Deutsch heißt). Man hat dabei ein 100 Meter langes, aber sehr schmales Netz. Ca. 5 mutige Leute (ich nicht!) laufen dann ein paar Hundert Meter mit einem Ende des Netzes raus in die Fluten, laufen dann irgendwann eine Schleife zurück zum Ufer und dann schaut man sich an was man alles gefangen hat. In unserem Netz waren ne Menge interessanter Fische und als Highlight zwei große Rochen. Leider konnte man die ganze Aktion nicht so richtig würdigen, da man sich einfach den Ars... abgefroren hat!
Zurück auf der Station wurden dann Gruppen gebildet, die sich ein Experiment für den nächsten Tag überlegen sollten, basierend auf einer interessanten Beobachtung die man während des Tages gemacht hat. Unsere Gruppe hat sich den Mulberry Snails gewittmet, einer Schnecke die sich hauptsächlich von Austern ernährt, indem sie ein Loch in diese bohrt und sie dann aussaugt!
Abends haben wir dann noch "Muriels Wedding" geschaut, spielt nämlich in Autralien und ist einfach ein extrem witziger Klassiker.
Am nächsten Morgen gings dann um 8 Uhr an die Arbeit. Erstmal Literaturrecherche zu unseren Schnecken, dann bei endlich strahlendem Sonnenschein raus zu den rocky shores (kenn jetzt leider nur englische Fachbegriffe...) und sehr wissenschaftlich Schnecken zählen und unter Felsen suchen. Hört sich nicht so spannend an, war aber echt interessant und witzig, da man so allerlei Getier unter den Felsen gefunden hat.
Andere Gruppen haben bspw. Seegurken erforscht oder "soldier Krabben" vermessen.
Anschließend musste eine Präsentation über das Experiment und die Ergebnisse erstellt werden. Die letzte Präsentation war um 22:30 Uhr durch, der Tag war also echt extrem lang und arbeitsreich, aber die Arbeit im Feld hat total Spaß gemacht. Außerdem wurden wir alles 3 Stunden mit super leckerem Essen gestärkt, Frühstück, morning tea, Mittagessen, afternoon tea und Abendessen, so lässts sich aushalten.
Der letzte Tag war dann zum Genießen da: Wir sind morgens zu einem anderen Strand gefahren, haben dort eine Wanderung über die Felsküste gemacht und abschließend noch am Strand gefläzt. Dieser Tag war natürlich das Highlight des Trips, wunderschöne Natur, türkisblaues und glasklares Wasser, Sandstrände, Schildkröten, Delfine und in einiger Entfernung ganz viele Buckelwale, die aus dem Wasser gesprungen sind und mit ihren Fluken aufs Wasser geklatscht haben, richtig cool!
Obwohl das Wasser eisig war und der Wind auch recht frisch, sind wir sogar im Meer gewesen. Ich glaube, jetzt kann ich sagen, dass ich wirklich in Australien angekommen bin... Jedenfalls fällt es mir jetzt richtig schwer mich für die Uni zu motivieren, ich hab einfach Blut geleckt und möchte am liebsten nur noch Reisen und die Natur und das Meer genießen!
Heute in Brisbane regnet es wieder und hat sich sehr abgekühlt, ich plane schon den nächsten Trip für nächstes Wochenende...
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